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Wednesday, 16. april 2008 3 16 /04 /Apr. /2008 10:26
Rainer Maria Rilke

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf — Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

September 1903




von DasB - veröffentlicht in: Gedichte
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Tuesday, 15. april 2008 2 15 /04 /Apr. /2008 10:55
 
Nur noch ein Versuch, das ganze für Dich in Worte zu fassen:
Du hast mich mal gefragt, warum ich mir dieses harte Urteil selbst fälle und was ich mir vorwerfen würde:

Ich werfe mir vor, nicht unabhängig genug zu sein, Deine Geschenke einfach ablehnen und mir das von dir Geschenkte selbst leisten zu können. Oder, wenn ich sie mir schon nicht selbst leisten kann, mich zumindest nicht sooo sehr darüber zu freuen, dass ich sie nicht trotzdem ablehnen könnte.

Wo ich herkomme, da "verachtet" man Menschen, die sich "von Bonzen aushalten lassen" und alle glauben zu wissen, dass es dabei natürlich nur um Kohle geht.
Was anderes zählt ja für diese Leute auch nicht, um mehr dreht sich ihre kleine Welt nicht ("Ach, kuck ma, SIE! Irgendwie kam DIE sich ja immer schon wie was Besseres vor. Jetzt hat sie sich nen Reichen geangelt, das war bestimmt schon immer ihr Lebensziel, die will doch eh nur Geld... WAS auch SONST.???")
Ich weiss, dass nichts davon auf Uns bzw. auf Mich zutrifft und dass sowas nur ECHTE ASIS denken oder sagen können, die geistig so beschränkt sind, dass sie nur ihr armes kleines Leben sehen. Und dass sie einen in Wahrheit - auch wenn es so wäre - nicht verachten, sondern perverserweise noch beneiden würden.
Ich weiss, dass ich mit "diesen Leuten" im Grunde in meinem Leben überhaupt nichts zu tun habe. Dass ich dieses "Umfeld" längst hinter mir gelassen habe und sowieso nie wirklich Teil davon gewesen bin. 
Trotzdem flüstern diese Leute in meinem Kopf, ohne Gesicht, einfach nur "Das Ghetto", eine einheitliche Masse, setzen mir damit zu und das sitzt so tief drin - das gehört zu meinen Wurzeln - das stellt man nicht so einfach ab. Mit Vernunft und Logik und WISSEN hat das überhaupt nichts zu tun. Ich weiss, dass das im Innern nichts, überhaupt nichts mit mir zu tun hat, dass ich kein solcher Mensch bin und auch niemals sein werde... trotzdem ist es schwer, das abzustellen.

"Mein Scheiss-Ex" hat, wenn ich darüber nachdenke, eigentlich gar nichts damit zu tun, der haut zwar ganz weit im Hintergrund in dieselbe Kerbe - warum auch immer, schliesslich hat er mich abgezockt, nicht ich ihn -, aber über sein piepsiges Flüstern kann ich mittlerweile nur noch lachen - er hat längst keine Macht mehr.
 
Mein Opa aber, der hat Macht, genau betrachtet sogar am meisten von allen und für immer - er hat mir beigebracht, dass man im Leben ausschliesslich auf das stolz sein kann, das man sich selbst mit seinen eigenen Händen erarbeitet hat. Menschen, "die alles in den Hintern gestopft bekommen", haben vielleicht alle schönen Dinge im Leben, aber stolz können sie darauf nicht sein, und gerüstet für ein härteres Leben, das auf Selbständigkeit und Unabhängigkeit basiert, sind diese Menschen ohnehin nicht.
Geschenke sind nett, aber auf deren Besitz kann man sich nichts "einbilden", man hat nichts dafür tun oder vielleicht entbehren müssen, um sie zu bekommen. Mein Opa, der hatte nicht viel, aber was er hatte, das hatte er sich verdient und erarbeitet und er hat niemals auch nur eine einzige Mark Schulden gehabt. Er hätte es verabscheut, sich jemandem anzubiedern oder sich mit jemandem nur deshalb "abzugeben", weil dieser Geld hat.
 
Vielleicht sollte ich daran denken, wenn mich demnächst mein AsiKomplex wieder überfallen will: Mein Opa, wenn der aus dem Himmel auf mich herabschaut und mein Leben sieht, dann sieht er mich NICHT missbilligend an, weil ich mir von Dir den Führerschein und den Computer habe schenken lassen - nein, das tut er ganz bestimmt nicht.
Er sieht mein Herz und meine Liebe für Dich, sie springt ihm entgegen wie ein "Jack-in-the-box" und er WEISS, dass ich KEIN Asi bin, der nur auf eine Gelegenheit zur Flucht aus der "Armut" aus ist. Er weiss, dass ich nicht "So Eine" bin und sieht, dass ich so unabhängig und selbständig lebe, wie es mir nur möglich ist.
 
 

von DasB - veröffentlicht in: Diary
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Monday, 14. april 2008 1 14 /04 /Apr. /2008 21:36

Ich hasse mich für dieses Unmaß an Liebe, das ich Dir zu Füßen gelegt habe. Ich hasse mich für mein Gewinsel, für all mein Gejammer - auch für dieses hier.
Ich hasse mich für jede Chance, die ich Dir gegeben habe, mich wegzuschicken, als hättest Du mehr als nur dieses eine Leben. Ich hasse mich für jedes einzelne Wort und jede Tat, mit der ich versucht habe, um Dich zu kämpfen. Ich verachte mich für die unzähligen Situationen, in denen ich Dich wider besseren Wissens um etwas angefleht habe, das Du nie bereit warst, mir zu geben.
Ich hasse mich für meine Versuche, Dich davon zu überzeugen, dass Ich das Beste für Dich bin. Ich hasse mich für meine blinde Hoffnung - meine Unfähigkeit einzusehen, dass mein Kampf von Anfang an einer gegen Windmühlen war.
Ich hasse mich für jeden einzelnen Arschtritt, den ich Dir nicht verpasst habe. Ich hasse mich für meine Schwäche, Dir nicht widerstehen zu können und mich damit so oft der Gefahr ausgesetzt zu haben, diesem unsagbaren Schmerz zu erliegen.
Ich hasse mich für mein Unvermögen, mich aus Deinem Bann zu befreien. Ich hasse mich für meine Ohnmacht, der elenden Schmerzen Herr zu werden und mich aus dieser Lethargie zu kämpfen.
Ich verabscheue mich dafür, trotz all dessen hier zu sitzen und auf deine Mail zu warten.
 
Bei soviel Selbsthass kommt es nicht mehr darauf an, ob Du mich hasst, ob Du mich verachtest oder bemitleidest, wenn ich diese ganze Sch***** hier nicht nur aufschreibe, sondern auch noch abschicke.
Ich weiss genau, was ich sage:
Ich wünschte, Ich wäre Dir nie begegnet.
Nichts in der Welt ist diese Qual wert.
Das Leid steht in keiner Relation zu irgend etwas.







von DasB - veröffentlicht in: Diary
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